Personalvermittlung, Headhunter, Personalberatung oder Zeitarbeit – was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden durcheinander verwendet, auch von Anbietern. Dabei unterscheiden sich die Modelle in Kosten, Vertrag und Risiko erheblich. Ein Überblick, der Ihnen hilft, das richtige für Ihre Vakanz zu wählen.

Personalvermittlung: Der Vermittler bringt Unternehmen und Kandidat zusammen

Personalvermittlung ist der Oberbegriff. Ein Vermittler sucht im Auftrag eines Unternehmens Kandidaten für eine offene Stelle und stellt sie vor. Kommt es zur Einstellung, schließt das Unternehmen den Arbeitsvertrag direkt mit dem Kandidaten – der Vermittler ist danach raus. Bezahlt wird klassisch erfolgsabhängig mit 20 bis 30 Prozent des Jahresbruttogehalts, bei einigen Anbietern wie BRO Recruiting zum Festpreis je Position.

Wie der Vermittler sucht, ist dabei sehr unterschiedlich. Manche schalten Anzeigen und leiten Bewerbungen weiter. Andere – und das ist der Unterschied, der zählt – sprechen Fachkräfte aktiv an, die nicht auf Jobsuche sind. Fragen Sie jeden Vermittler, wie viel Prozent seiner Besetzungen aus Direktansprache stammen. Die Antwort sagt mehr als jede Broschüre.

Headhunting: Direktansprache, meist für Führungskräfte

Headhunting bezeichnet ursprünglich die gezielte Abwerbung von Führungskräften aus anderen Unternehmen. Der Headhunter identifiziert konkrete Personen bei Wettbewerbern, spricht sie diskret an und begleitet den Wechsel. Klassische Headhunter arbeiten ab Gehältern von etwa 100.000 € aufwärts, rechnen mit 30 bis 35 Prozent und oft mit einem Retainer, der unabhängig vom Erfolg fällig wird.

Die Methode – Direktansprache statt Anzeige – ist heute in Engpassberufen auch für Fachkräfte der einzig verlässliche Weg. Nur das Preismodell des klassischen Headhuntings passt nicht zu einer Steuerfachangestellten oder einem Servicetechniker. Genau diese Lücke füllt Personalvermittlung mit Direktansprache zum Festpreis.

Personalberatung: Beratung plus Suche

Personalberatungen positionieren sich breiter: Sie beraten zu Organisationsstruktur, Vergütung und Stellenprofil und übernehmen dann die Suche, meist im Executive-Search-Verfahren. In der Praxis ist die Grenze zur Personalvermittlung fließend – viele Anbieter nennen sich Personalberatung, weil es hochwertiger klingt. Entscheidend ist nicht der Name, sondern die Frage: Wird aktiv gesucht, und was passiert, wenn die Stelle nicht besetzt wird?

Zeitarbeit: Der Mitarbeiter bleibt beim Verleiher angestellt

Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung ist ein grundlegend anderes Modell. Der Mitarbeiter ist beim Zeitarbeitsunternehmen angestellt und wird an Sie verliehen. Sie zahlen einen Stundenverrechnungssatz, üblicherweise das 1,8- bis 2,5-fache des Bruttostundenlohns, und haben kein eigenes Arbeitsverhältnis. Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ist die Überlassung an denselben Betrieb auf 18 Monate begrenzt, nach neun Monaten gilt Equal Pay.

Zeitarbeit ist sinnvoll für Auftragsspitzen, Projekte und Vertretungen. Für eine dauerhafte Fachkraftstelle ist sie teuer, und qualifizierte Fachkräfte in Engpassberufen lassen sich selten auf Zeitarbeit ein – sie haben genug direkte Angebote. Wer einen Zeitarbeiter übernehmen will, zahlt in der Regel eine zusätzliche Übernahmeprovision.

Die vier Modelle im Vergleich

Wer ist Arbeitgeber?

Personalvermittlung, Headhunting, Personalberatung: Sie. Zeitarbeit: der Verleiher.

Was kostet es?

Personalvermittlung: 20–30 % des Jahresgehalts oder Festpreis ab 4.999 € netto. Headhunting und Personalberatung: 30–35 %, oft mit Retainer. Zeitarbeit: laufender Stundensatz, auf Dauer am teuersten.

Wer trägt das Risiko, wenn es nicht klappt?

Beim Provisionsmodell zahlen Sie nur bei Einstellung – aber nichts verpflichtet den Vermittler, weiterzusuchen. Beim Retainer haben Sie gezahlt, auch ohne Besetzung. Beim Festpreis mit Einstellungsgarantie* ist der Vermittler vertraglich verpflichtet, bis zur Einstellung zu suchen. Bei Zeitarbeit gibt es kein Besetzungsrisiko, dafür kein eigenes Personal.

Für welche Positionen?

Zeitarbeit: befristeter Bedarf, Helfer- und Facharbeiterstellen. Headhunting: Geschäftsführung und obere Führungsebene. Personalvermittlung mit Direktansprache: Fach- und Führungskräfte vom Steuerfachangestellten bis zur Bereichsleitung – der Großteil aller Vakanzen im Mittelstand.

Woran Sie einen guten Anbieter erkennen

Unabhängig vom Modell gibt es Merkmale, die seriöse Anbieter von Profilschleudern unterscheiden. Ein guter Vermittler stellt im Erstgespräch mehr Fragen, als er Versprechen macht. Er nennt Ihnen den Preis vor der Beauftragung, nicht danach. Er sagt Ihnen, wenn er eine Stelle für schwer besetzbar hält. Er hat nachprüfbare Bewertungen – bei Google, ProvenExpert oder kununu – und nicht nur Logos auf der Website. Und er hat eine Antwort auf die Frage, was passiert, wenn die Besetzung länger dauert als geplant.

Häufige Fragen

Kann ich Personalvermittlung und eigene Anzeige parallel laufen lassen?

Ja. Achten Sie nur darauf, im Vertrag zu regeln, was gilt, wenn sich ein Kandidat auf beiden Wegen meldet.

Ist Personalvermittlung erlaubnispflichtig?

Nein, private Arbeitsvermittlung ist in Deutschland seit 2002 ohne Erlaubnis zulässig. Zeitarbeit dagegen braucht eine Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit.

Was ist Direktansprache genau?

Die persönliche Ansprache von Fachkräften, die bei anderen Arbeitgebern beschäftigt sind und nicht aktiv suchen – per Telefon, Netzwerk oder Nachricht. Bei BRO Recruiting ist sie der Kern jeder Suche, für jede Position.

* Details zur Einstellungsgarantie regelt § 5 unserer AGB.

Welches Modell passt zu Ihrer Vakanz?

Im Erstgespräch sagen wir Ihnen offen, wie wir Ihre Stelle besetzen würden – kostenlos und unverbindlich.

Kostenloses Erstgespräch vereinbaren